Bernard Frize bricht die Regeln im Centre Pompidou

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Bernard Frize bricht die Regeln im Centre Pompidou

Vom 29. Mai bis 26. August 2019 empfängt das Centre Pompidou in Paris eine einzigartige Ausstellung. Der Maler Bernard Frize lädt Sie auf eine Reise zwischen Abstraktion und Darstellung ein.

Bernard Frize bricht die Regeln im Centre Pompidou

Eine Struktur für das Auflösen von Strukturen

Schon seit über 15 Jahren ist Bernard Frize in Paris nicht mehr präsentiert worden. Eine lange Zeit des Wartens, doch auch der Kreativität, die die Ausstellung „Bernard Frize: Ohne Reue“ im Centre Pompidou noch verlockender macht.

Der Maler hat in den 1970er Jahren mit seinem „All-Over“-Verfahren, bei dem die Farbe gleichmäßig auf der gesamten Fläche aufgetragen wird, auf sich aufmerksam gemacht. Damals bekräftigte er seinen Ehrgeiz, mit den Grundsätzen der Malerei zu brechen. Nach seinen ersten persönlichen Ausstellungen kam er 1984 als Pensionär in die Villa Medici in Rom. Im Laufe der Jahre integrierte er darstellende Elemente und erforschte die Fotografie. Er ist weltweit anerkannt.

Heute teilt Bernard Frize seine Zeit zwischen Paris und Berlin auf. Er ist ein Hauptakteur der internationalen Künstlerszene und wird von renommierten Museen für zeitgenössische Kunst empfangen: dem Museum moderner Kunst in Wien, dem Reina Sofia in Madrid, dem Museum für Zeitgenössische Kunst in Los Angeles oder der Caixa-Stiftung in Barcelona. Eine echte Weltreise mit einem unumgänglichen Halt im Centre Pompidou. So werden circa 70 Werke ausgestellt – von den neuesten bis zu den ältesten, wobei bis in die ersten Jahre seiner Produktion zurückgegangen wird.

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Bernard Frize bricht die Regeln im Centre Pompidou

Eine Harmonie der Vielfalt

Ihre Besichtigung der Ausstellung erfolgt vollkommen frei, ohne dass Sie irgendeine Richtung einschlagen noch Rangordnung einhalten müssen. Die Gemälde sind nach den sechs Themen geordnet, die seine Bilderproduktion strukturieren: „Mit Unvernunft“, „Ohne Mühe“, „Mit System“, „Ohne System“, „Mit Meisterung“ und „Ohne Unterlass“. Alles ist einfach nur paradox und beteiligt den Zuschauer an der Handlung selbst des künstlerischen Gestaltens.

Zu der Sorge um Strukturierung in seinem innovativen Werk kommen die bevorzugten Themen von Bernard Frize wie Faulheit, Absurdität, Zufall und der Platz des Künstlers in der Welt hinzu. Um sich auszudrücken, benutzt der Maler und Fotograf stets unterschiedliche Methoden. Noch besser, er erforscht sie unermüdlich: geometrische Formen, einfache Pinselstriche, doch auch Webmuster, abwechslungsreiche Farben … Nun ist es an den Besuchern, selbst darüber nachzudenken, während sie auf ihrem eigenen Weg durch die Ausstellung den tiefen Fragen des Künstlers folgen.

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Bernard Frize bricht die Regeln im Centre Pompidou

Darstellung oder Abstraktion?

Bernard Frize wechselt permanent zwischen Darstellung und Abstraktion.

Die Paradoxien der Themen, die ihm am Herzen liegen, nähren in der Tat seine ganze schöpferische Vorgehensweise. So werden Sie Bilder von unendlichem Reichtum entdecken – manchmal verwirrend, doch sehr lebendig und stets mit einem Kommentar des Künstlers versehen. Unter den bekanntesten werden Sie vor dem geheimnisvollen Article japonais (1985) oder der sehr verschwommenen und sehr bunten Oma (2007) nachdenken.

Die Ausstellung präsentiert auch eine weniger bekannte Seite des Künstlers: die Fotografie. Nuage sur la côté Atlantique (1988) gehört zu den legendären Aufnahmen des Künstlers. Auf einem tiefschwarzen Hintergrund schwebt eine Wolke vor den Augen des von dem Werk überwältigten Betrachters.

Bernard Frize: Ohne Reue (Sans repentir)
Vom 29. Mai bis 26. August 2019
Centre Pompidou
Place Georges-Pompidou
75004 Paris
+33(0)1 44 78 12 33
https://www.centrepompidou.fr/en