Cap 110, Erinnerung an die Menschen ohne Gesicht

kunst und kultur erkundung
Cap 110, Erinnerung an die Menschen ohne Gesicht

Im Süden der Insel zieht die Gemeinde Diamant die Touristen in ihren Bann. Besichtigung des Mahnmals Anse Caffard – in der Stille einer bescheidenen und würdevollen Erinnerung.

Ganz am Rande der Karibik stehen dem Meer gegenüber und zum Cap 110 hin gerichtet fünfzehn Betonstatuen, fünfzehn Kolosse, die in das Weiß der traditionellen Grabmäler gekleidet sind. Am 8. April 1830 ging vor der Küste von Diamant ein Schiff aus Richtung Golf von Guinea vor Anker. Der Windsee löste Seegang aus und der Vormast brach. Trotz des Verbots des Sklavenhandels waren 300 Sklaven im Schiff angekettet und kämpften, um den Untergang zu überleben. 86 Überlebende und 46 Leichen wurden aus dem Wasser geborgen.
Zum 150. Jubiläum der Abschaffung der Sklaverei schuf der Künstler Laurent Valère diese imposanten Figuren mit geneigten Köpfen, Symbol für diese Menschen, die in der Falle des Sklavenhandels gefangen waren und vom Meer eingeholt wurden, als sie versuchten, zu fliehen. Am Tag nach der Tragödie wurden die Leichen in Anse Caffard beerdigt. Das gleichnamige Mahnmal erzählt heute von der tragischen Geschichte dieser unbekannten Menschen, die um ihre Freiheit beraubt wurden.

Cap 110
Route de l'Anse Caffard
97223 Le Diamant